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Geschichte geht durch den Magen. Kein Nahrungsmittel prägt die Identität der Region Rheintal so stark wie der Ribel. Er verlieh sowohl der Kulturlandschaft zwischen Werdenberg und Liechtenstein als auch den Speisetellern der ländlichen Haushalte Gestalt. Altbackene Geschichte? Heute ist Ribel lebendiger denn je.
Das einst nahrhafte Gericht aus Maismehl für die ärmere Bevölkerung hat sich zum Geheimtipp der Feinschmecker und Genussreisenden gewandelt. In seiner Einfachheit steckt nämlich geballter Geschmack. Versierte Köche kreieren Menüs, die über die Vorstellungen eines Griessbreis hinaus gehen, leidenschaftliche Bäckerinnen erzeugen luftige Brötchen und engagierte Vereine machen das kulinarische Erbe der Grenzregion im Rheintal erlebbar.
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Sich mit der Herkunft des Ribelmais AOP zu befassen, über die eigentümliche Zubereitungsart zu staunen und Ribelkreationen zu kosten, heisst sich in ein gepflegtes und köstliches Stück Rheintaler Geschichte zu verlieben.
Der «Türgge», wie der Mais hier auch genannt wird – «Granoturco» in Italien –, kommt vermeintlich aus dem Osten oder zumindest von weit her, daher der Name… Es dauerte allerdings eine Weile, bis der Mais von Zentralamerika den Weg ins Alpenrheintal fand und als hiesiges Landwirtschaftsprodukt akzeptiert war. Wegen des idealen klimatischen Umfelds mit dem warmen Föhn und als bessere Alternative zum heiklen Weizen, erlebte das fremde Korn dann aber einen starken Aufschwung.
Durch stetige Auslese entwickelte sich hier sogar eine eigene Maissorte. Die eher weisslichen Maiskörner werden gemahlen, der aufgequollene Maisgriess wird in der Bratpfanne mit Butter unter längerem, häufigem Stochern und Rühren mit der Bratschaufel so lange geröstet, bis sich kleine Ribel bilden – soweit das Grundrezept für Türggeribel. Es gibt aber ganz unterschiedliche Speisen und Rezepte, wo überall der Ribelmais eine Rolle spielt.
Probieren Sie selbst, auf beiden Seiten des Rheins – willkommen im Ribelland!
Das hat Geschmack: Das Gasthaus Traube in Buchs serviert Ribel- kreationen mit Raffinesse.
www.gasthaus-traube.ch
Eintauchen: Das Schlangenhaus widmet dem Türggeribel eine Daueraustellung und ein eigenes Zimmer
www.schloss-werdenberg.ch/schlangenhaus
Zu Tisch: Am Werdenberger Zmittag in der kalten Jahreszeit bereitet der Schlegelhof vom Grabserberg feinen Ribel im Bistro im Schlosshof zu. Babette Schlegel kocht auch für Gruppen.
www.schloss-werdenberg.ch/bistro
In Aktion: Am Grabser Mühlbach veranschaulicht die Maismühle aus dem 19. Jahrhundert, wie einst Maismehl für die Brotverarbeitung gewonnen wurde.
www.maismühle-grabs.ch
Wiederbelebt: Umgeben von Anbauflächen zelebriert der Golfclub Gams die Ribelmaiskultur an der Ribelmais Trophy am 31. August 2024. Das Restaurant Bahnhöfli deckt zu diesem Anlass kulinarische Kreationen auf.
www.golfgams.chwww.bahnhoefli-gams.ch
Von wegen verstaubt: Die alte Müli in Sax präsentiert sich als schön restaurierter kulturgeschichtlicher Zeuge der hiesigen Müllerei.
www.sennwald.ch
Hochgenuss: Im Berggasthaus Staubern kocht Familie Lüchinger Rheintaler Ribel. Auf Anfrage auch zum Frühstück.
www.staubern.ch
Clever kombiniert: Die Weinlaube auf dem Schellenberg in Liechtenstein vereint saisonale Küche mit Ribelmais.
www.weinlaube.li
Vor der Haustür geerntet: Auf dem Biohof Näscher in Eschen gibt’s Liechtensteiner Ribel und Ribelmais-Chips zum Eintüten.
Genussvoll rätseln: Unterwegs auf dem FoodTrail das Fürstentum kennenlernen und die kulinarischen Köstlichkeiten kredenzen.
www.foodtrail.ch/trails/vaduz
Region auf dem Teller: Das Restaurant Adler in Vaduz verköstigt traditionell und modern mit Ribel.
www.adler.li
Es ist aufgetischt: In den historischen Mauern des Gasthaus Traube in Azmoos setzt die Gastgeberfamilie Akzente mit Ribelmais.
www.traube-azmoos.ch
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